DIE REGION WESTPFALZ

Die Region Westpfalz liegt im Südwesten Deutschlands zwischen den Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar, dem Saarland und Frankreich.

Die Region Westpfalz setzt sich aus den Städten Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken sowie den Landkreisen Südwestpfalz, Kusel, Donnersbergkreis und Kaiserslautern zusammen. Auf einer Fläche größer als das Saarland leben rund 520.000 Einwohner. Die mit Abstand größte Stadt und das Oberzentrum der Region ist Kaiserslautern mit rund 100.000 Einwohnern, gefolgt von Pirmasens (40.000 Ew.) und Zweibrücken (34.000 Ew.).

Regionale Besonderheit sind die über 50.000 in der Region lebenden US-Amerikaner, die in der offiziellen Einwohnerzahl nicht enthalten sind. Sie machen den Großraum Kaiserslautern (die Kaiserslautern Military Community KMC) zur größten US-Gemeinde außerhalb der USA und zur englischsprachigsten Region Deutschlands.

Die drei größten Städte sind auch die wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Region. Neben einem Großteil der Unternehmen sind auch die beiden Hochschulen sowie zahlreiche Institute und Verwaltungseinrichtungen hier angesiedelt. Abseits der Städte stößt man ebenfalls immer wieder auf “Hidden Champions” und bedeutende Arbeitgeber.

Die Westpfalz ist abseits der drei größten Städte ansonsten eher ländlich geprägt. Hier überzeugt die Region durch landschaftliche Schönheit und Naturnähe. Im Norden und Westen der Region wechseln sich in hügeligem Gelände Wald und Wiesen ab. Im Osten dominiert der Pfälzerwald mit seiner schier unbegrenzten Weite.

 

Kompakte Regionalgeschichte

Die Westpfalz kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Zahlreiche Burgen zeugen noch heute von einer Zeit, in der die Region äußerst umkämpft und eine gute Verteidigung unerlässlich war. Besonders in den Städten ist das Erbe der Industrialisierung noch deutlich sichtbar. Auch das über Jahrzehnte hinweg in der Region stationierte Militär hat seine Spuren hinterlassen. Auf Industriebrachen und ehemaligen Kasernenflächen wurden in den vergangenen Jahren positive Impulse für eine erfolgreiche Zukunft gesetzt. Wir geben Ihnen einen Rückblick im Schnelldurchlauf.

Die ersten Siedler

Die Westpfalz ist bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt, Hügelgräber aus der Bronze- sowie keltische Befestigungswälle aus der Eisenzeit sind hierfür sichtbare Zeugnisse. Auf dem Donnersberg entstand eine der größten keltischen Siedlungen nördlich der Alpen. Es folgten rund 500 Jahre römischer Präsenz, durch die Überreste von Römerwegen und Siedlungen bis heute dokumentiert.

Von Kaisern und Burgen

Das Mittelalter hinterließ viele Burgen in der Pfalz. Die Bautätigkeit erlebte im 12. und 13. Jahrhundert ihren Höhepunkt. Die Burg Lichtenberg bei Kusel, die Burg Berwartstein bei Dahn und die Überreste der Kaiserpfalz des Kaisers Friedrich Barbarossa in Kaiserslautern sind einige von vielen sichtbaren Zeugnissen dieser Epoche.

In kriegerischen Zeiten

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) war die Region mehrfach Kriegsschauplatz. Weite Landstriche, unzählige Orte und zahlreiche Burgen wurden zerstört. 40 Jahre später führte der pfälzische Erbfolgekrieg (1688-1697) erneut zu Zerstörungen weiter Teile der Pfalz. Dem Elend und Hunger entfliehend, wanderten 1709 die ersten Menschen aus der Region nach Amerika aus.

Aufbruch durch Industrialisierung

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam – vor allem getragen durch die aufblühende Eisenproduktion und -verarbeitung (v.a. Gienanth) – die Industrialisierung in Gang und gewann in der Mitte des 19. Jahrhunderts – unter anderem durch den Bau der Eisenbahnverbindung von der Saargegend nach Ludwigshafen – deutlich an Dynamik. In Kaiserslautern entstanden unter anderem die Kammgarnspinnerei und die Nähmaschinenfabrik Pfaff, in Zweibrücken die Dingler-Werke und in der Südwestpfalz um Pirmasens die Schuhindustrie.

Unter wechselnder Flagge

Zum Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand die Region unter französischer Herrschaft, ging nach Beschlüssen des Wiener Kongresses 1816 an Bayern und war darüber hinaus seit 1871 Teil des neugegründeten Deutschen Reiches. Seit 1946 ist die Westpfalz Bestandteil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz.

Das Militär zu Gast bei Freunden

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war geprägt durch die Präsenz amerikanischer, aber auch französischer und kanadischer Streitkräfte. Nach Ende des Kalten Krieges wurde diese deutlich zurückgefahren. Der Großraum Kaiserslautern, mit dem Flugplatz Ramstein, dem Militärhospital Landstuhl sowie zahlreichen Depots und Kasernen, ist trotzdem weiterhin einer der wichtigsten Standorte des US-Militärs und der NATO in Europa.

Technologie und Wandel

Auf vielen Flächen, die zuvor durch das Militär genutzt worden waren, sind in den vergangenen Jahren Hochschulstandorte, Forschungsinstitute und technologieorientierte Unternehmen entstanden, sowie das größte Outlet-Zentrum Deutschlands. Hier wurde die Grundlage für die erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft der Region Westpfalz gelegt. Im Bereich Softwareentwicklung und Künstliche Intelligenz ist die Region mittlerweile bundesweit führend.

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